Kurz bevor der Sturm losbrach, fand Mary einen Moment der Ruhe. Der Stein war noch gut gewärmt von der Sonne. Doch der Wind, der um ihre endlos langen Beine strich, war kühl und beissend. Die Büsche raschelten. Die Äste über ihr knarrten. Gleich würde es anfangen zu regnen. Der Wind wurde mit jeder Minute stärker. Ein Rauschen hob aus dem Nichts an und verkündete den Ausbruch eines heftigen Gewitters. Sie suchte Schutz in der Wärme der roten Decke. Denn darunter hatte sie keinerlei Kleidung mehr an. Der grobe Pullover lag am Fels auf der Seite. Gleich daneben dekorierte ihr zartes Höschen das Gras.

Der Wind hob an. Gleich darauf waren die ersten kühlen Tropfen auf der Haut zu spüren. Sie genoss es noch ein wenig, sich den Elementen vorm anbrechenden Sturm hinzugeben. Dann stand sie auf, ließ die Decke zu Boden gleiten und schlüpfte wieder in den groben, grauen Pulli. Aus ersten schweren Tropfen wurde ein unaufhörliches Prasseln, das erst aufhörte auf ihren Körper einzuschlagen, als sie die Tür des Autos aufriss und lachend hineinhüpfte. Erst dann fiel ihr auf, dass keine Zeit geblieben war, ihr Höschen wieder anzuziehen. Es blieb am Fuße des Felsens zurück, um jedem Spaziergänger danach im Vorbeigehen eine andere Geschichte zu erzählen.

Inspiration: Mary
Make-up + Hair: Mary